Business Process Manager*in

Hochschulzertifikat Business Process Manager*in

Die Entwicklung neuer Strategien ist heute oft nicht mehr der Engpass in Unternehmen. Vielmehr liegen die Herausforderungen in der Umsetzung in das Tagesgeschäft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein wichtiger Baustein ist dabei häufig die Neudefinition und Optimierung der Geschäftsprozesse. Die Business Process Managerin bzw. der Business Process Manager spielt dabei die Schlüsselrolle. Die Gestaltung oder Veränderung von Prozessen benötigt Kompetenzen aus den Bereichen Organisation und IT, aber auch Management und Kommunikation.

Der Zertifikatskurs vermittelt "harte" Grundlagen und Methoden der Prozessgestaltung ebenso wie die zur Moderation und Umsetzung nötigen "Softskills" anhand von vielen praktischen Beispielen und Übungen. Geplant ist zudem die Erfahrung eines "Benchmarks aus erster Hand" mittels eines Unternehmensbesuchs bzw. eines Gastvortrags.

Bericht zum Zertifikatskurs auf cio.de | Mai 2014

Kurzinfos

Kursbeginn16. September 2022
Info-FlyerDownload
Virtueller Infoabend

01. Juni 2022, 18.00 Uhr | Anmeldung

Rechtzeitig vor dem Infoabend erhalten Sie von uns per E-Mail den entsprechenden Link und alle notwendigen Informationen, um an der virtuellen Infoveranstaltung via Zoom-Meeting teilnehmen zu können.

Kosten2.950 €
AnmeldungAnmeldung

Inhalt

Folgende Fragen machen die Herausforderungen deutlich:

  • Wie können Prozesse kundenorientiert und mitarbeiterorientiert gestaltet werden?
  • Wie werden Prozesse für verschiedene Interessengruppen und Unternehmensbereiche gemeinsam gestaltet und welche Arten der Prävention und Lösung von Konflikten gibt es?
  • Welche Abläufe werden im Alltag tatsächlich gelebt und welche Optimierungsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie wird eine Vielzahl organisatorischer und technischer Schnittstellen optimal im Prozess abgebildet?
  • Wie werden Prozesse in IT-Systemen abgebildet und wie können "off the shelf" IT-Branchenlösungen zur kostensparenden Implementierung von Geschäftsprozessen genutzt werden?
  • Welcher Detailgrad der Prozessarbeit und wie viel Kontingenz für den Einzelnen oder für Teams sind sinnvoll?
  • Wie kann die Veränderung moderiert werden, damit die Mitarbeiter*innen "mitgenommen" werden und sowohl kreative als auch umsetzbare Lösungen im Sinne der Strategie entstehen?
  • Was sind realistische Möglichkeiten, um Prozesse "agil" zu gestalten und welchen Beitrag können Methoden wie Scrum oder Design Thinking leisten?
  • Welcher Grad der Prozessharmonisierung in globalen Märkten ist sinnvoll und wie werden diese Prozesse in hochdynamischen Umwelten aktuell gehalten?

Die Teilnehmer*innen lernen anhand von ausführlichen Beispielen die grundlegenden Möglichkeiten kennen, Prozesse aus verschiedenen Sichtweisen (IT, Organisation, Logistik etc.) zu analysieren und zu dokumentieren sowie deren Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten.

Inhalte

  • Prozessdefinition, Prozessorganisation, Prozesslandschaften
  • Prozessmerkmale
  • Rollen und Verantwortlichkeiten, Stellen, Personen, Menschen
  • Zusammenhang von Aufbau- und Ablauforganisation
  • Prozessframeworks und Referenzprozesse (z. B. EFQM, ISO9000, SCORE, eTOM)
  • Reifegradmodelle (z. B. CMMI, BPMM, OPM3, P3M3)
  • Prozessanalysen und Dokumentation (z. B. Ablaufdiagramm, ARIS/EPK,  Wertstromanalyse)
  • Schnittstellenanalysen
  • Projekte (Definition, Projektmandate, Stakeholder und Rollen, Erfolgsfaktoren)
  • Organisatorische Veränderung vs. Automatisierung, Komplexität
  • Anforderungen an Moderatoren von Prozesswerkstätten
  • Themenwahl für Praxis-Transfer-Bericht

Die Teilnehmer*innen erhalten einen Überblick über verschiedene Moderations- und Kreativitätstechniken und wenden diese in konkreten Übungsbeispielen an. Sie lernen Möglichkeiten und Grenzen der grundlegenden und radikalen Prozessveränderung, dem Business Process Reengineering, kennen. Darüber hinaus erfahren sie Erfolgsfaktoren und Fallstricke des Business Process Outsourcings.

Inhalte

  • Wandel verschiedener Radikalitätsgrade
  • Wertstromanalyse, Future State
  • Organisation und Moderation von Prozesswerkstätten
  • Mentale K-Zustände
  • Outsourcing
  • Lösungsfokussiertes Kurzzeitcoaching I + II
  • Zukunftskonferenz, Real Time Process Change
  • Programm- und Projektmanagement für Veränderungsprojekte
  • Agilität und Innovation in der Prozessgestaltung (z. B. Scrum, Design Thinking)

In diesem Modul geht es um die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen im Tagesgeschäft. Die Teilnehmer*innen erleben an einem Fallbeispiel ein Beispiel für eine kontinuierliche Verbesserung. Wichtig ist insbesondere die organisatorische Verankerung der Aktivitäten, um eine Nachhaltigkeit zu erzielen. Sie gehen außerdem auf Ansätze zum Coaching von Mitarbeiter*innen ein, um den Veränderungsprozess erfolgreich zu gestalten.

Inhalte

  • Qualitätsmanagement und kontinuierliche Prozessverbesserung (KVP, KAIZEN, PDCA/Deming-Cycle, Six Sigma)
  • Organisatorische Verankerung von Prozessmanagement
  • Exkursion Unternehmen
  • Controlling-, Analysetools (BSC, MIS, Reporting)
  • Grundlagen des Change Managements
  • Coaching in Veränderungsprozessen

Im letzten Modul erhalten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ausgewählte Themen aus den vorangegangenen Modulen zu vertiefen, Software-Tools kennenzulernen und sich mit dem systemischen Beratungsansatz und kulturellen Aspekten auseinanderzusetzen. Weiterhin ist ein Gastvortrag oder eine Exkursion geplant, um die Inhalte an einem konkreten Beispiel erleben zu können. In den letzten beiden Modulen stellen die Teilnehmer*innen außerdem ihren Praxis-Transfer-Bericht im Rahmen der Prüfungsleistung vor und erhalten Feedback von Teilnehmer*innen und Dozierenden.

Inhalte

  • Psychologische Grundlagen für Business Process Manager*innen (z. B.  Behaviorismus, Kognitivismus, Humanismus und moderne Ansätze in der  Veränderungsbegleitung)
  • Prozesse und Soziologie (z. B. Strukturation, Handlungstheorie/Rational Choice, Institutionalisierung, Systemtheorie)
  • Neurologische Ebenen, Modeling
  • Schwerpunktthema
  • Vertiefung zu Tools und Software
  • Prüfungsleistung in Form eines Praxis-Transfer-Berichts, der die Anwendung des Gelernten im beruflichen Kontext dokumentiert und in einer ca. 30-minütigen Präsentation vorgestellt sowie diskutiert wird
  • Abschluss

Methodik

Jedes Modul kombiniert verschiedenste Lernmethoden und bietet daher allen Lerntypen die Möglichkeit, sich individuell und höchst intensiv weiterzubilden. Erfahrene Expert*innen zu den jeweiligen Themen präsentieren ihr Wissen und stellen sich den Fragen der Teilnehmer*innen in einer Gruppendiskussion. Durch professionelle Moderator*innen wird sichergestellt, dass die Diskussionen mit hohem Lerneffekt erfolgen. Die Teilnehmer*innen erhalten außerdem die Chance, wesentliche Inhalte in Kleingruppen selbständig anzuwenden. Im Vordergrund steht die eigene Praxis der Teilnehmenden im Unternehmensumfeld und es wird auf konsequente Anwendbarkeit der erarbeiteten Inhalte und der erworbenen Fähigkeiten geachtet. Dabei werden die Teilnehmer*innen in der Teamarbeit und bei der Präsentation ihrer Ergebnisse durch erfahrene Coaches begleitet, sodass neben den fachlichen auch soziale und kommunikative Fähigkeiten ausgebaut werden können.

Weitere Lernimpulse erhalten die Teilnehmenden durch einen Gastvortrag oder eine Exkursion in ein namhaftes Unternehmen. Hier können die erlernten Inhalte konkret vor Ort verifiziert werden. Zur Vertiefung und Wiederholung der Lerninhalte stehen allen Teilnehmenden umfangreiche Materialien zur Verfügung und Literaturhinweise bieten weitere Möglichkeiten zum Selbststudium. Dem Austausch der Teilnehmer*innen untereinander wird hoher Stellenwert eingeräumt, ebenso der Mitgestaltung des Seminars durch die Teilnehmenden. Spezielle Wünsche und Supervision der individuellen Situation der Teilnehmer*innen können darüber hinaus im Rahmen des Praxis-Transfer-Berichts Berücksichtigung finden.

Der Kurs findet in Kleingruppen mit maximal zwölf Teilnehmer*innen statt.

Kursziel

Nach dem Zertifikatskurs können die Teilnehmer*innen dazu beitragen, kostengünstigere und qualitativ hochwertigere Prozesse im Spannungsfeld zwischen Menschen in der Organisation und IT zu entwickeln und zu implementieren. Damit helfen sie ihrer Organisation, strategische Ziele besser zu erreichen. Im Einzelnen…

  • lernen sie Methoden zur Dokumentation und Gestaltung von Geschäftsprozessen kennen, zu vergleichen und einzusetzen.
  • erfahren sie Techniken zur Moderation von Lösungsfindungsprozessen und zur Begleitung der Mitarbeiter*innen bei der Implementierung der Prozesse.
  • lernen sie die Grundlagen über die systemische Sicht auf ihre Organisation kennen, die hilft, Implementierungsblockaden abzubauen.
  • erleben sie ein Best Practice-Beispiel und profitieren von der Erfahrung der anderen Teilnehmer*innen.

Zielgruppe

Der Kurs richtet sich an Verantwortliche für Organisation und Prozesse, Leiter*innen von Prozessstabsstellen, Inhouse-Berater*innen, externe Berater*innen oder Prozesstrainer*innen. Darüber hinaus sind die Inhalte für IT-Spezialist*innen von Bedeutung, die eine enge Verbindung zu den Fachbereichen in ihrer Organisation haben.

Kursleitung

Prof. Dr. Thomas Liebetruth
Prof. Dr. Thomas Liebetruth ist wissenschaftlicher Leiter des Zertifikatskurses. Er ist seit 2009 Professor für internationale BWL mit Schwerpunkt Logistik an der OTH Regensburg. Seine größten Erfolge als Unternehmensberater bei Roland Berger Strategy Consultants und Emporias Management Consulting gelangen ihm zuvor bei der Begleitung von organisatorischen Veränderungsprozessen und Programmen zur Steigerung der Prozesseffizienz in mittelständischen Unternehmen und Konzernen aus Industrie und Finanzdienstleistung. Er verfügt über Zertifikate als NLP-Practitioner und Business-Coach.

Ulf-Gereon Peter
Ulf-Gereon Peter ist selbst erfahrener Manager und dabei erfolgreicher Berater, Coach und Sparringspartner von Führungskräften internationaler Konzerne und mittelständischer Unternehmen. Er war in Managementfunktionen bei Accenture und der KPMG Unternehmensberatung tätig, bevor er sich 2002 selbstständig machte. Er verfügt über Zertifikate als Master-Coach (DVNLP) und systemischer Business-Coach (Explorers‘) sowie über Zertifikate als Projekt- und Programmmanager verschiedener Standardisierungsorganisationen.

Zulassungsvoraussetzung

Zulassungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder relevante Berufserfahrung in diesem Bereich.

Abschluss

Bei Absolvierung der Ausbildung erhalten die Teilnehmer*innen das Zertifikat "Business Process Manager*in". Das Zertifikat wird mit 6 Credit Points (ECTS) ausgestellt und kann ggf. bei einem späteren Hochschulstudium angerechnet werden.

Termine

Block 1: 16. - 17. September 2022
Block 2: 14. - 15. Oktober 2022
Block 3: 18. - 19. November 2022

Insgesamt umfasst der Kurs sechs Präsenztage. Er findet freitags und samstags jeweils von 09.00 bis 17.30 Uhr statt.

Kosten

2.950 € inkl. Kursunterlagen und Zertifikatsgebühr

Anmeldung

Hier können Sie sich anmelden.

Ihre Ansprechpartnerin

Bianca Sporer
Tel.: 0941 943-9832
E-Mail: bianca.sporer(at)oth-regensburg.de