Mythen im geburtshilflichen Recht

23.01.2023

Auf Einladung von Prof. Dr. Barbara Fillenberg räumte Rechts- und Fachanwältin für Medizinrecht Dr. Katja Heintz-Koch in einem sehr gut besuchten Vortrag mit rechtlichen Mythen rund um die Geburt auf. 

Über "Mythen im geburtshilflichen Recht" referierte Dr. Katja Heintz-Koch, Fachanwältin für Medizinrecht. Foto: OTH Regensburg/Barbara Fillenberg

Über "Mythen im geburtshilflichen Recht" referierte Dr. Katja Heintz-Koch, Fachanwältin für Medizinrecht. Foto: OTH Regensburg/Barbara Fillenberg

Um das Werden und die Geburt eines neuen Menschen ranken sich seit jeher viele Gerüchte. Von „Schwangere dürfen sich nicht strecken, weil sich sonst die Nabelschnur um das Kind wickelt!“ über „Wenn eine Schwangere häufig Sodbrennen hat, hat das Kind viele Haare!“ bis hin zur Vorstellung, dass der Geburtsbeginn durch die Mondphasen beeinflusst wird, sind viele unterschiedliche Erzählungen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit bekannt. Auch im rechtlichen Bereich gibt es Annahmen, die sich generationsübergreifend hartnäckig halten, obwohl sie nicht den Tatsachen entsprechen. Hierzu zählt beispielsweise, dass Hebammen keine Schwangerenvorsorge durchführen dürfen, wenn Frauen auch in gynäkologischer Betreuung sind. 

Vor sehr gut mit Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Studierenden der Hebammenkunde gefüllten Rängen hat Dr. Katja Heintz-Koch diese Mythen sortiert. Dabei wurde schnell sowohl das große Interesse deutlich als auch die vielen offenen Fragen, die sich gleichermaßen bei den Studierenden, Hebammen und Gynäkologinnen bzw. Gynäkologen angesammelt hatten. Besonders spannend war dabei zu sehen: Obwohl es häufig ähnliche Fragestellungen waren, führte der jeweilige fachliche Blick zu unterschiedlichen Interpretationen. 
Beispielsweise gibt es Situationen, in denen mehr dokumentiert wird als nötig, Maßnahmen ergriffen werden, die unter Umständen nicht sein müssten oder gar Betreuungsangebote aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen nicht gemacht werden. Dem liegt die Sorge zu Grunde, aus vertraglichen oder gesetzlichen Gründen schadensersatzpflichtig zu werden, bzw. sich straf-, arbeits-, oder berufsrechtlich verantworten zu müssen. 

Diese und weitere Aspekte wurden nach dem Vortrag angeregt diskutiert. Da der konstruktive Austausch der verschiedenen Fachrichtungen von allen Seiten als sehr gelungen und hilfreich zurückgemeldet wurde, ist ein Folgetermin geplant.

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