5G im Mittelstand 

13.05.2022

Im fünften Teil der virtuellen Veranstaltungsreihe „Megatrends und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ wurde das Thema „5G im Mittelstand – das Netz der Zukunft“ aus zahlreichen Perspektiven beleuchtet.

Der fünfte Teil der Reihe "Megatrends" interessierte rund 70 Teilnehmende.

Der fünfte Teil der Reihe "Megatrends" interessierte rund 70 Teilnehmende.

Das zweistündige Programm, organisiert vom Hochschulverbund TRIO in Kooperation mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (HWKNO) und „Digitalisierung im Dialog“ (THD), bot den 70 Teilnehmenden viele Praxisbeispiele, eingeleitet von zwei wissenschaftlichen Impulsvorträgen durch Forschende der TH Deggendorf und der OTH Regensburg. 

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren und einer kurzen Stimmungsbild-Abfrage wurden die interessierten Teilnehmer*innen von Frau Prof. Dr. Susanne Hipp, Professorin für Grundlagen der Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik und Applied Microwaves an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik der OTH Regensburg, unter dem Titel „Was ist 5G? Einführung und Potentiale“ an das Thema herangeführt. Daten und Fakten unterlegte sie mit bildlichen Beispielen und ging dabei auch auf „Campusnetze“ ein - eines der Schlagwörter der Zuhörerschaft aus der Eingangsumfrage. Hierauf aufbauend stellte Prof. Dr. Wolfgang Dorner, wissenschaftlicher Leiter des Technologie Campus Freyung (THD), die vielseitigen „Anwendungsmöglichkeiten von 5G“ vor. Er zeigte einerseits auf, welchen Status quo die Netzdichte von 5G in Deutschland erreicht hat, andererseits, welchen Mehrwert die digitale Vernetzung bringt, um Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Produktivität nachhaltig zu steigern. Beispiele wie autonome Busse oder Drohnen, über 5G gesteuerte Roboter, Telemedizin oder Unwetterwarnungen sowie die Nutzung in der Nationalparkregion belegten dies eindrucksvoll für sehr unterschiedliche Verwendungszwecke. 

Anwendungen im Handwerk, in der Medizin oder in der Logistik

Auf die wissenschaftlichen Impulse folgten fünf Praxisbeiträge, vorgestellt von den jeweiligen Anbietern bzw. Nutzern. Zunächst präsentierten Johann Schenkl und Fabian Zwick von der HWKNO ihr Projekt „5G im Handwerk“, welches von 2021-2024 läuft. In Kooperation mit dem 5G Forschungstestbett am TC Freyung wird am Bildungszentrum Charlottenhof der HWKNO ein Campusnetz aufgebaut, das die Nutzung von Synergien auch für kleine Handwerksbetriebe ermöglicht: Sie profitieren von neuen Kommunikations- und datengetriebenen Anwendungen für ihre Maschinen und Anlagen. Als großen Mehrwert stellten die Referenten heraus, dass der Fachmann nicht mehr zwangsläufig vor Ort sein muss, sondern auf die Baustelle zugeschaltet werden und die Anlagen aus der Ferne steuern kann. 
Was unter „Aktuellen Einschränkungen einer Schwarmintelligenz für Autonome Mobile Transportsysteme und neue Möglichkeiten mit 5G“ zu verstehen ist, erläuterte Andreas Vogl von der Firma Schiller Automatisierungstechnik GmbH in Osterhofen. Die Teilnehmer*innen konnten in seinem Vortrag autonom fahrende Roboter, Stapler und sog. Routenzüge bei ihrer Arbeit beobachten und deren Herausforderungen kennenlernen. Übergeordnete Zielsetzung und zugleich Herausforderung bei derartigen Fahrzeugbewegungen ist, dass Kollisionen verhindert, Standzeiten minimiert und der Platzbedarf optimiert werden. 
In Zusammenarbeit mit der Gestalt Robotics GmbH aus Berlin arbeitet die Firma Strama-MPS Maschinenbau GmbH & Co. KG aus Straubing an Softwarelösungen für den Bereich mobile Roboter. Die beiden Referenten Andreas Höcherl und Prof. Dr.-Ing. Jens Lambrecht stellten unter Beweis, wie Netzwerk-Arbeit „at its best“ funktionieren kann. Ihr gemeinsamer Vortrag "NavigateSYS - Verteilte Steuerung mobiler Roboter über 5G Edge Computing" stieß auf großes Interesse der Zuhörerschaft. Untermauert durch kurze Filmsequenzen wurden Arbeitsweise und Herausforderungen der Roboter transparent. 
Einen gänzlich anderen Anwendungsbereich von „5G“, nämlich den medizinischen, beleuchteten Prof. Dr.-Ing. Thomas Spittler vom European Campus Pfarrkirchen (ECRI) und Anna Schmaus-Klughammer. Ihre Firma Klughammer GmbH ist auf Softwareentwicklung im Gesundheitsbereich spezialisiert, anhand derer sie den Nutzen von „5G“ im Verlauf von Operationen durch Einholen von „Echtzeit-Gewebeanalysen“ oder „Zweitmeinungen in real time“ zum gesundheitlichen Wohl des Patienten illustrierte. 
Abgerundet wurde die Vortragsreihe von Horst Angerer, Fa. Nokia aus München. Unter dem Titel „5G – Einstieg in ein Universum voller Möglichkeiten“ erläuterte er als gelungene Synthese eine Vielzahl praktischer Anwendungen, die zur Verfügung stehen und den Einstieg in die digitale Transformation / Industrie4.0 „powered by 5G“ ermöglichen. 
Moderatorin Christine Resch (Hochschulverbund TRIO) und Kathrin Auer (THD) verabschiedeten die Teilnehmer*innen mit einem kurzen Überblick über die verschiedenen Hochschulkooperationsformate. 

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